Patientenverfügung – Vorsorge, wenn es darauf ankommt
Jeder Mensch kann in die Situation geraten, selbst nicht mehr entscheiden und/oder äußern zu können, welche mögliche medizinische Behandlung tatsächlich auch gewünscht ist.
Wir erleben es immer wieder:
Plötzlich steht eine Entscheidung im Raum – und niemand weiß genau, was der Mensch in dieser Situation selbst gewollt hätte.
Viele schieben dieses Thema vor sich her, anstatt es gut überlegt vorab zu regeln - weil es schwer ist. Weil es Angst macht. Weil man hofft, es noch lange nicht zu brauchen.
Dabei ist es äußerst hilfreich, wenn man weiß, was Ihnen in einer solchen Situation wichtig ist und was Ihrem Willen entspricht.
Eine Patientenverfügung gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihre Wünsche vorab schriftlich festzuhalten.
Sie sorgt dafür, dass das, was Ihnen wichtig ist, gehört wird. Gerade dann, wenn Sie es selbst nicht mehr sagen können.
Für Ihre Angehörigen und Ihre Ärzte kann das eine große Entlastung sein – gerade in einer Situation, die ohnehin schwer genug ist.
Denn dann können sie sich an Ihren Wünschen orientieren - in der Gewissheit, das für Sie richtige zu tun.
Patientenverfügung – ab 18 Jahren wichtig
Viele denken, eine Patientenverfügung betrifft erst das höhere Alter.
Sobald Sie volljährig sind, können Sie festlegen, was Ihnen in bestimmten Situationen wichtig ist.
Es ist sinnvoll, sich früh damit zu beschäftigen. Denn schwere Erkrankungen oder Unfälle können jeden treffen – unabhängig vom Alter.
Umso wichtiger ist es, dass bereits vorab festgehalten ist, was Sie sich wünschen, sollten Sie Ihren Willen selbst einmal nicht mehr äußern können.
Wenn nichts geregelt ist: der mutmaßliche Wille
Wenn keine Patientenverfügung vorliegt, müssen andere für Sie entscheiden, indem sie versuchen herausfinden, was Ihr mutmaßlicher Wille wäre - also:
Was hätten Sie in dieser Situation entschieden, wenn Sie es selbst noch könnten?
Das ist oft schwieriger, als man denkt. Denn:
- es gibt keine klaren Aussagen
- Erinnerungen unterscheiden sich
- vieles bleibt ungewiss
Wenn Entscheidungen zur Belastung werden
In solchen Situationen tragen Angehörige eine große Verantwortung.
Sie müssen - nicht selten unter Zeitdruck - Entscheidungen treffen, ohne sicher zu wissen, was richtig gewesen wäre.
Das kann sehr belastend sein – gerade, wenn man sich sicher sein möchte, im Sinne des anderen zu handeln.
Und es kommt nicht selten vor, dass es unterschiedliche Einschätzungen innerhalb der Familie gibt.
Nicht, weil jemand etwas falsch machen möchte –
sondern weil jeder versucht, im Sinne des geliebten Menschen zu handeln.
Eine Patientenverfügung kann hier Klarheit schaffen
und helfen, genau solche Situationen zu vermeiden.
Miteinander sprechen – das Wichtigste zuerst
So wichtig ein Dokument ist – noch wichtiger sind die Gespräche davor.
Was bedeutet Lebensqualität für Sie?
Was ist Ihnen am Lebensende wichtig – und was nicht mehr?
Wo sind Ihre Grenzen?
Diese Fragen lassen sich nicht einfach ankreuzen – sie brauchen Raum. Sie brauchen Zeit, Ruhe und oft auch mehrere Gespräche.
Wir erleben immer wieder, wie entlastend es ist, wenn Angehörige sagen können:
„Wir haben darüber gesprochen. Ich weiß, was er oder sie wollte.“
Das nimmt Unsicherheit – und hilft, Entscheidungen in Ihrem Sinne zu treffen.
Wo bewahre ich eine Patientenverfügung auf?
Eine Patientenverfügung ist nur dann wirksam, wenn sie im Ernstfall auch gefunden wird.
Deshalb ist es wichtig, gut zu überlegen, wo sie aufbewahrt wird. Möglichkeiten sind zum Beispiel:
- zuhause an einem gut auffindbaren Ort
- als Kopie bei einer vertrauten Person
- beim Bevollmächtigten oder bei Angehörigen
Wichtig ist vor allem:
Die Menschen, die Sie begleiten oder für Sie entscheiden, sollten wissen, dass es die Patientenverfügung gibt – und wo sie zu finden ist.
Es kann sinnvoll sein, die Verfügung in Kopie weiterzugeben und gemeinsam durchzugehen, damit im Ernstfall Klarheit besteht.
Eine Patientenverfügung ist nicht nur ein Formular für den Ernstfall. Sie ist ein Ausdruck Ihrer Haltung, Ihrer Werte und Ihrer Wünsche. Und sie kann eine große Entlastung für die Menschen sein, die Sie begleiten.
Patientenverfügung zum Download
Wenn Sie sich mit dem Thema beschäftigen möchten, können Sie hier eine ausführliche und bewährte Vorlage nutzen:
Patientenverfügung nach Wolfgang Putz
Diese Vorlage:
- ist rechtlich fundiert
- führt Sie Schritt für Schritt durch wichtige Entscheidungen
- enthält hilfreiche Erläuterungen
Unser Angebot
Wir bieten Ihnen:
- persönliche Beratung zur Patientenverfügung
- Unterstützung beim Ausfüllen
- Raum für Fragen und Gespräche
- Dieses Angebot ist für Sie kostenfrei.